Klosterruine Boitzenburg - Ein lebendiges Stück Geschichte

Klosterruine Boitzenburg

Hier, in der Nähe von Prenzlau, gibt es einiges zu sehen. Weißt du eigentlich, warum unser liebstes Wirtshaus den Namen "Zur Klostermühle" trägt? Das hat mit der Klosterruine Boitzenburg zu tun. Es handelt sich um ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten, das den Dreißigjährigen Krieg beinahe nicht überstanden hätte. Zum Glück wurden die Überreste aber doch noch gerettet und die Ruine ist inzwischen eine beliebte Sehenswürdigkeit, die unsere Gegend bereichert und zum Magneten für Touristen macht. Einige davon landen nach der Besichtigung in der Klostermühle, um sich auszuruhen und etwas zu essen und zu trinken. Na, wäre das nicht auch eine Idee für dich? Vielleicht sehen wir uns sogar mal persönlich bei unserem Stammtisch!

Was ist die Klosterruine Boitzenburg?

Die Ruine war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein Kloster der Zisterzienserinnen. Diese führten ein frommes und arbeitsames Leben am Dorfrand von Boitzenburg. Das Dorf liegt übrigens in Brandenburg, genauer gesagt in der Uckermark, ungefähr 80 Kilometer nördlich von Berlin und 20 Kilometer von Prenzlau entfernt. Die Sache mit dem Kloster und den dortigen Nonnen ist echt schon lange her und geht auf das Jahr 1271 zurück. Drei Markgrafen hatten sich entschlossen, Grundbesitz und das Bauwerk zu stiften. Die drei Stifter waren Johann II, Otto IV und Konrad von Brandenburg, falls du die Namen vielleicht kennst. Zur selben Zeit entstand auch das Kloster Chorin, also schien Klosterbau ziemlich in Mode zu sein. Im Jahre 1281 schloss sich das Kloster Boitzenburg dann auch noch mit dem Kloster Flieth zusammen. Dann, nach jahrelangem fröhlichen und erfolgreichen Klosterbetrieb, folgten düstere Zeiten für die Kirchenanhänger, denn es war Reformationszeit. Viele Klöster wurden damals säkularisiert, also der Kirche entzogen und verstaatlicht.

Das weitere Schicksal des Klosters und der Bewohnerinnen in Boitzenburg

Das geschah 1536 auch mit dem Kloster Boitzenburg. Glücklicherweise blieb das Gebäude unbeschädigt, es durfte nur eben nicht mehr dem ursprünglichen Zweck dienen. Ein paar Nonnen wohnten trotzdem noch darin und ihnen eilte zwei Jahre nach der Säkularisierung ein gewisser Hans von Arnim zur Hilfe. Er war nicht irgendwer, sondern als Landvogt der Uckermark ein Mensch mit Macht und Einfluss.

Er wurde Lehnsherr über das Kloster und bestimmte, dass die Nonnen für immer bleiben durften. Dann kam der Krieg und die Dänen zerstörten im Jahre 1637 das Bauwerk. Aufgebaut wurde es leider danach nicht mehr und war somit dem Verfall preisgegeben. Die Jahrhunderte vergingen und das Anwesen inklusive der Klosterruine Boitzenburg wurde in der Familie von Arnim weiter vererbt. Noch im Jahre 1945, also im nächsten großen Krieg, war die Ruine mit den Ländereien im Familienbesitz. Irgendwann erbarmte sich jemand und ergriff Maßnahmen, um den weiteren Verfall zu stoppen. Besucher dürfen die Ruine Boitzenburg betreten und tun das besonders gern, wenn die Theatergruppe in der Klosterruine Boitzenburg vor dieser beeindruckenden Kulisse auftritt.

Ein Ausflug zur Klosterruine lohnt sich

Du magst jetzt vielleicht denken, dass es nicht wirklich lohnt, extra für die Besichtigung einer Ruine in ein kleines Dorf zu reisen. Das sehen wir anders. Obwohl im Gebäude selbst natürlich alles Mögliche vom Keller bis zum Giebel eingefallen ist, kann man es als sehenswert bezeichnen. Wann hat man schon die Gelegenheit, so weit zurück in die Vergangenheit zu reisen? Alles, was noch da ist, ist eben original. Und dann gibt es noch etwas Wichtiges dazu zu sagen: Nebenan steht direkt eine weitere Sehenswürdigkeit, die top in Schuss ist: Die Klostermühle Boitzenburg. Um die Mühle hat man sich offensichtlich viel liebevoller gekümmert als um das Kloster.

Sie ist sogar funktionstüchtig, obwohl sie ebenfalls schon viele Jahrhunderte auf dem Buckel hat! Die Mühle wurde als Technik-Museum ausgestattet und ist somit auch eine weitere Anreise absolut wert! Außerdem ist die Mühle Boitzenburg nicht allein, denn Mühlen sind Rudeltiere. So kannst du direkt eine komplette Mühlentour veranstalten und alle Mühlen in der Umgebung abklappern, wenn du schon einmal da bist. Es gibt 11 Stationen zu sehen und überall wirst du freundlich empfangen und kannst viel sehen und lernen, über Windmühlen, Wassermühlen und noch so einiges mehr.

Nochmal zu den armen Nonnen von Boitzenburg

Wir müssen nochmal auf diesen Punkt zurückkommen. Wenn man sich mal vorstellt, du gehst als junges Mädchen in ein Kloster und in Frömmigkeit leben und dann kommt jemand und nimmt dir deine ganze Perspektive, das ist schon hart. Damals muss es wirklich ein Schlag ins Gesicht für die Nonnen gewesen sein, die mit ansehen mussten, wie alles Mögliche aus dem Kloster beschlagnahmt und enteignet wurde. Sie haben uns so viel hinterlassen, neue Obstsorten und sowas. Wenigstens durften sie am Ende dort bleiben.

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